Lebenslauf Muster Handwerk: Vorlagen für alle Berufe
Praxisnahe Formulierungen für Ausbildung, Gesellenbrief und Montageerfahrung.
Für Handwerk stehen hier 13 Lebenslauf-Muster, eines je Beruf. Jedes ist mit den Aufgaben, Qualifikationen und Fähigkeiten des Berufs vorbefüllt. Im Handwerk überzeugt, was du gebaut, montiert oder instand gesetzt hast: Gesellenbrief, Maschinen und Werkstoffe, dazu Montage- und Baustellenerfahrung. Beruf wählen, Muster im Editor anpassen, als PDF speichern, ohne Anmeldung.
Lebenslauf Muster Metallbauer/in
Metallbauer/in Konstruktionstechnik ist ein 3,5-jähriger dualer Ausbildungsberuf im Handwerk: Du fertigst und montierst Fenster, Tore, Treppen, Geländer und Stahlkonstruktionen nach technischen Zeichnungen und schweißt Baugruppen zusammen. Das Einstiegsgehalt liegt meist bei 28.000 bis 35.000 Euro brutto im Jahr, mit Berufserfahrung sind 35.000 bis 45.000 Euro üblich.
Lebenslauf Muster Zahntechniker/in
Zahntechniker und Zahntechnikerinnen stellen Zahnersatz und zahntechnische Geräte im Labor her, Kronen, Brücken, Teil- und Vollprothesen, implantatgetragene Versorgungen, Aufbissschienen und kieferorthopädische Apparaturen. Grundlage ist die Zahntechnikerausbildungsverordnung vom 23. März 2022, die am 1. August 2022 in Kraft trat und die alte Verordnung von 1997 abgelöst hat; die duale Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre und endet mit einer gestreckten Gesellenprüfung in zwei zeitlich getrennten Teilen. Zahntechniker ist ein zulassungspflichtiges Handwerk und steht als Nummer 37 in Anlage A der Handwerksordnung. Nach § 1 Absatz 1 HwO darf ein solcher Betrieb selbstständig nur führen, wer in der Handwerksrolle eingetragen ist, praktisch heißt das Meisterpflicht, denn die Altgesellenregelung des § 7b HwO ist für die Nummern 12 und 33 bis 37 der Anlage A und damit ausdrücklich auch für Zahntechniker ausgeschlossen. Der prägende Wandel des Berufs ist die Digitalisierung: intraorale und extraorale Scans, CAD-Konstruktion, CAM-Fräsen und 3D-Druck stehen inzwischen ausdrücklich in der Ausbildungsordnung und in der neuen Meisterverordnung. Abzugrenzen ist der Beruf klar von der Zahnmedizinischen Fachangestellten und vom Zahnarzt: Zahntechniker arbeiten im Labor am Werkstück, nicht am Patienten. Die Branche ist stark konsolidiert, die Zahl der gewerblichen Dentallabore sinkt seit Jahren, während Umsatz und Beschäftigtenzahl je Betrieb steigen. Berufsständische Interessenvertretung ist der VDZI, der Verband Deutscher Zahntechniker-Innungen.
Lebenslauf Muster Gärtner/in
Gärtner/in ist ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf nach der Verordnung über die Berufsausbildung zum Gärtner/zur Gärtnerin (GärtnAusbV) vom 6. März 1996 (BGBl. I S. 376). Die duale Ausbildung dauert drei Jahre (§ 2 Abs. 1 GärtnAusbV) und wird in sieben Fachrichtungen angeboten: Baumschule, Friedhofsgärtnerei, Garten- und Landschaftsbau, Gemüsebau, Obstbau, Staudengärtnerei und Zierpflanzenbau (§ 1 Abs. 2 GärtnAusbV). Wichtig für die Einordnung: Gärtner ist kein Handwerk nach der Handwerksordnung, sondern ein Beruf der Landwirtschaft - zuständige Stelle ist deshalb die Landwirtschaftskammer (§ 71 Abs. 3 BBiG), nicht die Handwerkskammer. Daraus folgt, dass für die Selbstständigkeit im Gartenbau keine Meisterpflicht besteht; der Gärtnermeister bzw. die Gärtnermeisterin existiert als Fortbildungsabschluss nach der GartMstrV vom 12. August 1997. Die mit Abstand größte Fachrichtung ist der Garten- und Landschaftsbau (GaLaBau), in dem neben Pflanzarbeiten auch Erd- und Wegebau, Pflasterarbeiten, Teich- und Wasseranlagen sowie Maschinenführung zum Alltag gehören. Wer im Beruf Pflanzenschutzmittel anwendet, berät oder Auszubildende dabei anleitet, braucht nach § 9 Abs. 1 PflSchG einen behördlichen Sachkundenachweis und muss alle drei Jahre eine anerkannte Fortbildung besuchen (§ 9 Abs. 4 PflSchG). Die Branche ist tarifgebunden: BGL und IG BAU schließen Bundesrahmen- und Lohntarifverträge für den Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau ab. Für Bewerbungsunterlagen zählen deshalb drei Dinge sichtbar: Fachrichtung, Nachweise (Sachkunde, Führerscheine, Maschinenberechtigungen) und belegbare Projekt- bzw. Baustellenerfahrung.
Lebenslauf Muster Hörakustiker/in
Hörakustiker/innen versorgen Menschen mit Hörminderung individuell mit Hörsystemen: Sie erheben audiologische und otoskopische Befunde, fertigen Otoplastiken, passen Hörsysteme an und betreuen die Versorgung dauerhaft nach. Der Beruf ist ein zulassungspflichtiges Handwerk und steht als Nummer 34 in Anlage A der Handwerksordnung, gemeinsam mit Augenoptikern (33), Orthopädietechnikern (35), Orthopädieschuhmachern (36) und Zahntechnikern (37) in der Gruppe der Gesundheitshandwerke. Der Einstieg erfolgt über eine dreijährige duale Ausbildung nach der Hörakustiker-Ausbildungsverordnung, die überbetriebliche Unterweisung und Blockunterricht am Campus Hörakustik in Lübeck einschließt. Wer selbständig einen Betrieb führen will, braucht nach § 1 Absatz 1 HwO die Eintragung in die Handwerksrolle; die Altgesellenregelung des § 7b HwO ist für die Nummern 12 und 33 bis 37 der Anlage A ausdrücklich ausgeschlossen, also auch für Hörakustiker. Faktisch führt der Weg in die Selbständigkeit damit über die Meisterprüfung nach der Hörakustikermeisterverordnung von 2022 oder über eine Ausnahmebewilligung nach § 8 HwO. Wer gesetzlich Versicherte versorgen will, braucht zusätzlich eine Präqualifizierung nach § 126 SGB V, denn Hilfsmittel dürfen nur auf Grundlage von Verträgen nach § 127 SGB V abgegeben werden. Der Beruf verbindet damit Feinhandwerk, messtechnische Diagnostik, Softwareanpassung und intensive Patientenkommunikation. Für die Bewerbung heißt das: Ein Lebenslauf muss Messverfahren, Anpassphilosophie, Softwarekenntnis und Abrechnungssicherheit gleichermaßen belegen.
Lebenslauf Muster Orthopädietechniker/in
Orthopädietechniker/in (seit 2013 amtlich "Orthopädietechnik-Mechaniker/in") ist ein dualer Ausbildungsberuf im Handwerk mit einer Regelausbildungsdauer von 3 Jahren, geregelt in der Orthopädieausbildungsverordnung (OrthAusbVO). Das Orthopädietechniker-Handwerk ist als Gewerbe Nr. 35 der Anlage A der Handwerksordnung (HwO) ein zulassungspflichtiges Gesundheitshandwerk mit Meisterpflicht für die selbstständige Betriebsführung (§ 1 Abs. 2, § 7 Abs. 1a HwO). Anders als bei vielen anderen Handwerksberufen kann der Meisterzwang hier nicht über die Altgesellenregelung nach § 7b HwO umgangen werden: § 7b Abs. 1 HwO schließt die Nummern 12 sowie 33 bis 37 der Anlage A ausdrücklich aus, wozu neben Augenoptikern (33), Hörakustikern (34), Orthopädieschuhmachern (36) und Zahntechnikern (37) auch die Orthopädietechniker (35) zählen. Im Beruf werden Prothesen, Orthesen, Bandagen, Einlagen, Kompressionsversorgungen und Rehatechnik nach ärztlicher Verordnung individuell angemessen, konstruiert, gefertigt und angepasst. Beim Gehalt liegen die Quellen weit auseinander: gehalt.de nennt einen Median von 43.313 € brutto/Jahr, StepStone dagegen nur 34.000 € Median bzw. 33.000 € Durchschnitt - ein Hinweis darauf, dass Stichprobenbasis und Methodik der Portale stark voneinander abweichen.
Lebenslauf Muster Mechatroniker/in für Kältetechnik
Der Ausbildungsberuf heißt seit dem 1. August 2007 amtlich "Mechatroniker für Kältetechnik/Mechatronikerin für Kältetechnik" - die bis dahin gültige Ausbildungsordnung "Kälteanlagenbauer/in" von 1982 wurde durch die Neuordnung abgelöst (Verordnung über die Berufsausbildung zum Mechatroniker für Kältetechnik/zur Mechatronikerin für Kältetechnik, KälteMechaAusbV, § 1, § 9). "Kälteanlagenbauer/in" ist trotzdem kein reiner Bestandsschutz-Titel für Altausbildungen: Das zugehörige Handwerk selbst trägt in Anlage A der Handwerksordnung bis heute die Nummer 18 "Kälteanlagenbauer" (§ 25 HwO), sodass der Begriff als amtliche Gewerbebezeichnung und gebräuchlicher Suchbegriff parallel zur Ausbildungsbezeichnung weiterlebt. Die duale Ausbildung dauert 3,5 Jahre (§ 2 KälteMechaAusbV) und wird sowohl nach § 4 Abs. 1 BBiG als auch nach § 25 HwO staatlich anerkannt, Gesellenprüfung in zwei Teilen vor der Handwerkskammer. Mechatroniker/innen für Kältetechnik planen, montieren, warten und reparieren Kälte- und Klimaanlagen sowie Wärmepumpen - von Kühlhäusern und Supermarktkühlung über Serverraum- und Krankenhausklimatisierung bis zu Wärmepumpenheizungen in Wohngebäuden. Für Arbeiten an Anlagen mit fluorierten Kältemitteln ist zusätzlich ein Sachkundenachweis nach ChemKlimaschutzV/F-Gase-Verordnung nötig (umgangssprachlich "Kälteschein", je nach Tätigkeit Kategorie I bis IV). Berufseinsteiger verdienen laut Gehaltsportalen brutto rund 2.600 bis 3.700 Euro im Monat, mit Berufserfahrung sind 3.400 bis 4.500 Euro realistisch - die Portale weichen dabei deutlich voneinander ab.
Lebenslauf Muster Schornsteinfeger/in
Schornsteinfeger/in ist ein dreijähriger, staatlich anerkannter dualer Ausbildungsberuf im zulassungspflichtigen Handwerk nach Anlage A Nummer 12 der Handwerksordnung (HwO), geregelt durch die Schornsteinfeger-Ausbildungsverordnung (SchfAusbV) vom 18. Februar 2025 (§§ 1, 2 SchfAusbV). Ein überzeugender Lebenslauf zeigt die Gesellenprüfung, praktische Kehr- und Prüferfahrung sowie - für den nächsten Karriereschritt - die Meisterprüfung, die nach § 7 Abs. 1a HwO Voraussetzung für die selbstständige Ausübung des Schornsteinfegerhandwerks ist. Von der handwerklichen Ausbildung klar zu unterscheiden ist die hoheitliche Funktion des bevollmächtigten Bezirksschornsteinfegers bzw. der bevollmächtigten Bezirksschornsteinfegerin: Diese Person wird nicht angestellt, sondern von der zuständigen Behörde nach öffentlicher Ausschreibung für sieben Jahre bestellt (§§ 8-10 SchfHwG) und sollte im Lebenslauf nicht als reguläre Anstellung formuliert werden. Für die meisten Bewerbungen - Ausbildungsplatz, Gesellenstelle oder Meisterposition in einem Kehrbetrieb - zählt der reguläre Ausbildungs- und Gesellenweg; die Bestellung ist eine spätere, öffentlich-rechtliche Zusatzoption für erfahrene Meisterinnen und Meister.
Lebenslauf Muster Sattler/in
Sattler/in ist ein dreijähriger dualer Ausbildungsberuf und zählt als Gewerbe Nummer 26 "Sattler und Feintäschner" zu den zulassungsfreien Handwerken der Anlage B Abschnitt 1 der Handwerksordnung (HwO) - anders als viele Anlage-A-Handwerke gibt es hier keine gesetzliche Meisterpflicht für die Selbstständigkeit. Die Ausbildung nach der Verordnung über die Berufsausbildung zum Sattler/zur Sattlerin (SaAusbV 2005) gliedert sich in drei Fachrichtungen: Fahrzeugsattlerei (Fahrzeugsitze, Verdecke, Innenverkleidungen), Reitsportsattlerei (Sättel, Reitsport- und Fahrsportzubehör) sowie Feintäschnerei (Taschen, Koffer, Kleinlederwaren). Wer sich weiterqualifizieren möchte, kann freiwillig die Meisterprüfung nach der Sattler- und Feintäschnermeisterverordnung ablegen. Beim Gehalt weichen die Portale stark voneinander ab: Gehalt.de nennt einen Median von rund 4.034 Euro brutto/Monat, Gehaltsvergleich.com dagegen nur 2.165 Euro im Mittel - die Werte sollten nicht gemittelt, sondern als unterschiedliche Erhebungen verstanden werden.
Lebenslauf Muster Land- und Baumaschinenmechatroniker/in
Als Land- und Baumaschinenmechatroniker/in gehört Ihr Lebenslauf in eine tabellarische, werkstatt- und außendiensttaugliche Struktur: Einsatzbereich (Landtechnik, Baumaschinen oder beides) und Herstellerbezug (z. B. John Deere, Fendt, Claas, Liebherr) klar benennen, Führerscheinklassen sowie Hydraulik-/Schweißkenntnisse als Fakten platzieren, Gesellenbrief mit Jahr angeben. Anders als beim verwandten Beruf Kfz-Mechatroniker/in (Pkw und Nutzfahrzeuge) dreht sich hier alles um Traktoren, Erntemaschinen, Bagger und ähnliche Arbeitsmaschinen mit besonders hohem Hydraulik- und Elektronikanteil - häufig mit Reparatureinsätzen direkt auf dem Feld oder der Baustelle statt ausschließlich in der Werkstatt.
Lebenslauf Muster Maßschneider/in
Maßschneider/in ist ein dreijähriger dualer Ausbildungsberuf nach der Verordnung über die Berufsausbildung zum Maßschneider/zur Maßschneiderin (MSchnAusbV 2004, § 25 Handwerksordnung). Anders als bei vielen anderen Handwerksberufen ist keine Meisterpflicht vorgeschrieben: Das Gewerbe zählt nicht zu den zulassungspflichtigen Handwerken der Anlage A der Handwerksordnung, sondern seit der HwO-Novelle 2004 zu den zulassungsfreien Handwerken der Anlage B Abschnitt 1 Nummer 19 (heute "Maßschneider", in der Ausbildungsordnung von 2004 noch "Damen- und Herrenschneider" genannt). Die Ausbildung kennt keine formal getrennten Fachrichtungen wie bei manch anderem Handwerksberuf, sondern ein einheitliches Ausbildungsberufsbild mit den Schwerpunkten Damen und Herren, die vor allem in der Gesellenprüfung zum Tragen kommen. Maßschneider/innen fertigen Einzelstücke exakt nach den Maßen und Wünschen einzelner Kundinnen und Kunden - das unterscheidet sie von der industriellen Bekleidungsfertigung (Konfektion, Serienproduktion), für die mit Textil- und Modenäher/in ein eigener, IHK-geregelter Ausbildungsberuf ohne Handwerksordnung-Bezug existiert. Wer den Meistertitel führen möchte, kann dies freiwillig über die Damen- und Herrenschneidermeisterverordnung (DaHeSchnMstrV) tun. Gehaltsportale nennen für angestellte Maßschneider/innen Werte zwischen rund 2.400 € und 2.970 € brutto im Monat, mit erheblichen Unterschieden zwischen den Portalen.
Lebenslauf Muster Elektromaschinenbauer/in
Elektromaschinenbauer/in ist heute kein eigenständiger, aktuell verliehener Ausbildungsabschluss mehr, aber weiterhin der in der Praxis gebräuchliche Berufs- und Stellentitel für Fachkräfte, die elektrische Maschinen - vor allem Elektromotoren, Generatoren und Transformatoren - bauen, warten, reparieren und neu wickeln. Amtlich heißt das zugrunde liegende, zulassungspflichtige Handwerk weiterhin "Elektromaschinenbauer" (Anlage A Nummer 26 der Handwerksordnung), und der Meistertitel lautet unverändert "Elektromaschinenbauermeister/in" (Elektromaschinenbauermeisterverordnung vom 21. Februar 2024, BGBl. 2024 I Nr. 62). Die dazugehörige Ausbildung selbst trägt seit der letzten Neuordnung zum 1. August 2021 amtlich den Namen "Elektroniker/in für Maschinen und Antriebstechnik" - parallel geregelt für das Handwerk (ElekMaschBHwOAusbV) und die Industrie (ElekMaschBBBiGAusbV), beide vom 30. März 2021 (BGBl. I S. 662, 714), Ausbildungsdauer jeweils dreieinhalb Jahre im dualen System. Kerntätigkeit ist die Wickeltechnik: Neu- und Umwickeln von Stator- und Rotorwicklungen, Fehlerdiagnose, Isolationsprüfung, Lagerwechsel sowie Neubau von Sonderausführungen elektrischer Maschinen - oft in kleinen, spezialisierten Handwerksbetrieben mit Werkstatt- und Kundendiensteinsätzen.
Lebenslauf Muster Böttcher/in
Böttcher/in (regional auch Küfer/in, Fassbinder/in, Büttner/in oder Schäffler/in genannt - derselbe Beruf, nur unterschiedliche historische Bezeichnungen) ist ein staatlich anerkannter, 3-jähriger dualer Ausbildungsberuf im Handwerk nach § 25 Handwerksordnung, geregelt in der Böttchergewerbe-Ausbildungsverordnung (BöttchAusbV) vom 5. Mai 2010. Böttcher/innen fertigen, reparieren und restaurieren Fässer, Bottiche und Behälter aus Holz für Weingüter, Brennereien, Brauereien und Fassmanufakturen. Seit 14. Februar 2020 ist das Böttcherhandwerk wieder ein zulassungspflichtiges Handwerk der Anlage A HwO (laufende Nummer 49) - zuvor war es von 2004 bis 2020 zulassungsfrei in Anlage B eingeordnet. Der Beruf wird weiterhin regulär ausgebildet, ist aber real extrem selten geworden: Es gibt bundesweit nur noch rund 35 Böttcherbetriebe, und es existiert keine eigene deutsche Berufsschule - der Blockunterricht für Auszubildende aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Südtirol findet gemeinsam an der Landesberufsschule Pöchlarn in Niederösterreich statt. Gehaltsangaben verschiedener Portale weichen wegen der geringen Datenbasis für diesen seltenen Beruf spürbar voneinander ab.
Lebenslauf Muster Bürsten- und Pinselmacher/in
Bürsten- und Pinselmacher/in ist ein staatlich anerkannter dualer Ausbildungsberuf nach § 4 Absatz 1 des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) und § 25 der Handwerksordnung (HwO), geregelt durch die Bürsten- und Pinselmacherausbildungsverordnung (BüPinAusbV) vom 8. Juni 2017 - eine Modernisierung der Vorgängerverordnung von 1984, kein Auslaufmodell. Das Gewerbe ist in Anlage B, Abschnitt 2, Nummer 25 der Handwerksordnung als zulassungsfreies handwerksähnliches Gewerbe eingeordnet: Für eine Betriebsgründung ist kein Meisterbrief nötig, eine zweiteilige Meisterprüfung (BürstPiMstrV, ebenfalls 2021 modernisiert) ist freiwillig möglich. Die Ausbildung dauert drei Jahre und wird in einem von zwei Schwerpunkten absolviert: Herstellen von Bürsten oder Herstellen von Pinseln. Bundesweit gibt es dafür nur einen Berufsschulstandort, in Bechhofen (Mittelfranken, Bayern), organisiert als Blockunterricht. Der Beruf ist damit selten, aber - laut Monika Hackel vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) - kein "aussterbender", sondern ein "seltener" Beruf: Ausbildungsplätze und Fachkräftestellen werden weiterhin real besetzt, etwa in Kunstpinsel-Manufakturen und bei Industriebürstenherstellern. Einsatzfelder reichen von Kosmetik- und Künstlerpinseln über Malerbedarf bis zu technischen Bürsten für Maschinenbau, Medizintechnik, Lebensmittelverarbeitung und Automotive.