Lebenslauf Muster Staatsanwalt/-anwältin
Vorlage, Beispiel und Formulierungen
Staatsanwalt/-anwältin ist keine eigene Ausbildung mit eigenem Berufszugang, sondern setzt dieselbe Grundqualifikation voraus wie Richter/in: die Befähigung zum Richteramt nach §§ 5-7 DRiG, die § 122 Abs. 1 DRiG ausdrücklich auch für die Ernennung zum Staatsanwalt bzw. zur Staatsanwältin verlangt - also ein rechtswissenschaftliches Studium mit Erster Prüfung und einen zweijährigen Vorbereitungsdienst mit Zweiter Juristischer Staatsprüfung. Anders als Richter/innen sind Staatsanwältinnen und Staatsanwälte aber klassische Landesbeamtinnen und Landesbeamte (bei der Bundesanwaltschaft: Bundesbeamte) und uneingeschränkt weisungsgebunden: § 146 GVG verpflichtet zur Befolgung dienstlicher Anweisungen der Vorgesetzten, § 147 GVG etabliert eine dreistufige Aufsichtshierarchie. Als "Herrin des Ermittlungsverfahrens" leitet die Staatsanwaltschaft strafrechtliche Ermittlungen, setzt die Polizei ein und entscheidet nach Abschluss der Ermittlungen über Anklageerhebung oder Einstellung des Verfahrens. Unabhängig ist sie laut § 150 GVG nur von den Gerichten - anders als Richter/innen, die nach Art. 97 GG sachlich und persönlich unabhängig sind. Die konkrete Einstellung ist Sache der Landesjustizverwaltung; Referenzbeispiel ist Nordrhein-Westfalen mit denselben Notengrenzen wie im Richterdienst (in der Regel mindestens 9,0 Punkte, in jedem Fall mindestens 7,76 Punkte in der Zweiten Juristischen Staatsprüfung) und einer Altersgrenze von in der Regel 42 Jahren (45 Jahre bei Schwerbehinderung). Besoldet wird - wie bei Richter/innen - nach der eigenständigen Besoldungsordnung R (BBesG Anlage III).
Zuletzt aktualisiert am
Profil
Staatsanwältin bei der Staatsanwaltschaft Düsseldorf mit Dezernat für allgemeine Kriminalität, nach Prädikatsexamen (9,3 Punkte) in der Zweiten Juristischen Staatsprüfung und zweijährigem Vorbereitungsdienst seit 2018 im nordrhein-westfälischen Justizdienst tätig. Nach dreijähriger Bewährung als Staatsanwältin auf Probe bei Staatsanwaltschaft und Amtsgericht 2021 zur Landesbeamtin auf Lebenszeit ernannt. Erfahren in der eigenverantwortlichen Leitung strafrechtlicher Ermittlungsverfahren, der Steuerung polizeilicher Ermittlungsmaßnahmen, der Anklageerhebung nach dem Legalitätsprinzip sowie im Sitzungsdienst vor Amts- und Landgericht.
Berufserfahrung
- Eigenverantwortliche Leitung strafrechtlicher Ermittlungsverfahren als "Herrin des Ermittlungsverfahrens" in einem Dezernat für allgemeine Kriminalität
- Anordnung und Steuerung polizeilicher Ermittlungsmaßnahmen, u. a. Durchsuchungen, Vernehmungen und Beschlagnahmen
- Entscheidung über Anklageerhebung oder Einstellung des Verfahrens nach dem Legalitätsprinzip
- Vertretung der Anklage im Sitzungsdienst vor dem Amts- und Landgericht einschließlich Plädoyers
- Abstimmung mit der Behördenleitung im Rahmen der Weisungsgebundenheit nach § 146 GVG
- Einarbeitung neuer Staatsanwältinnen und Staatsanwälte auf Probe
- Bearbeitung eines Einstiegsdezernats mit Verfahren der allgemeinen Kriminalität
- Wahrnehmung amtsanwaltschaftlicher Aufgaben nach § 142 GVG am Amtsgericht unter Aufsicht
- Teilnahme am staatsanwaltschaftlichen Bereitschaftsdienst, u. a. Entscheidungen über Haftbefehlsanträge
- Zusammenarbeit mit Polizei, Zoll und Steuerfahndung bei der Sachverhaltsaufklärung
- Fortbildungen der Deutschen Richterakademie zu Vernehmungstechnik und Ermittlungsführung
- Strafstation bei einer Staatsanwaltschaft, Zivilstation an einem Landgericht, Verwaltungsstation bei einer Bezirksregierung
- Neunmonatige Anwaltsstation in einer strafrechtlich ausgerichteten Kanzlei (§ 5b Abs. 4 DRiG)
- Wahlstation im Wirtschaftsstrafrecht bei einer Staatsanwaltschaft
- Abschluss mit der Zweiten Juristischen Staatsprüfung vor dem Landesjustizprüfungsamt NRW
Ausbildung
- Erste Prüfung nach § 5 Abs. 1 DRiG, bestehend aus universitärer Schwerpunktbereichsprüfung (Schwerpunkt Strafrechtspflege) und staatlicher Pflichtfachprüfung
- Abschluss mit Prädikat
- Studienbegleitende Tätigkeit als wissenschaftliche Hilfskraft an einem strafrechtlichen Lehrstuhl
- Abschluss des zweijährigen Vorbereitungsdienstes mit 9,3 Punkten (Prädikatsexamen)
- Erwerb der Befähigung zum Richteramt nach §§ 5-7 DRiG, die § 122 Abs. 1 DRiG auch für die Ernennung zum Staatsanwalt voraussetzt
- Zulassung zur Bewerbung für den höheren Justizdienst NRW oberhalb der Mindestanforderung von 7,76 Punkten
- Ernennung zur Landesbeamtin auf Probe nach vollständigen Bewerbungsunterlagen (u. a. handgeschriebener Lebenslauf, Führungszeugnis, Erklärung zu Vorstrafen und Schulden) gemäß Bewerbungsverfahrens-VV NRW
- Bestehen des rund 45-minütigen strukturierten Auswahlgesprächs vor einer Kommission aus Generalstaatsanwalt/-anwältin, zwei Behördenleitungen, Gleichstellungsbeauftragter und einem Mitglied des Staatsanwaltsrats
Kenntnisse
Sprachen
Lebenslauf-Editor: Staatsanwalt/-anwältin
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Profil
Staatsanwältin bei der Staatsanwaltschaft Düsseldorf mit Dezernat für allgemeine Kriminalität, nach Prädikatsexamen (9,3 Punkte) in der Zweiten Juristischen Staatsprüfung und zweijährigem Vorbereitungsdienst seit 2018 im nordrhein-westfälischen Justizdienst tätig. Nach dreijähriger Bewährung als Staatsanwältin auf Probe bei Staatsanwaltschaft und Amtsgericht 2021 zur Landesbeamtin auf Lebenszeit ernannt. Erfahren in der eigenverantwortlichen Leitung strafrechtlicher Ermittlungsverfahren, der Steuerung polizeilicher Ermittlungsmaßnahmen, der Anklageerhebung nach dem Legalitätsprinzip sowie im Sitzungsdienst vor Amts- und Landgericht.
Berufserfahrung
- Eigenverantwortliche Leitung strafrechtlicher Ermittlungsverfahren als "Herrin des Ermittlungsverfahrens" in einem Dezernat für allgemeine Kriminalität
- Anordnung und Steuerung polizeilicher Ermittlungsmaßnahmen, u. a. Durchsuchungen, Vernehmungen und Beschlagnahmen
- Entscheidung über Anklageerhebung oder Einstellung des Verfahrens nach dem Legalitätsprinzip
- Vertretung der Anklage im Sitzungsdienst vor dem Amts- und Landgericht einschließlich Plädoyers
- Abstimmung mit der Behördenleitung im Rahmen der Weisungsgebundenheit nach § 146 GVG
- Einarbeitung neuer Staatsanwältinnen und Staatsanwälte auf Probe
- Bearbeitung eines Einstiegsdezernats mit Verfahren der allgemeinen Kriminalität
- Wahrnehmung amtsanwaltschaftlicher Aufgaben nach § 142 GVG am Amtsgericht unter Aufsicht
- Teilnahme am staatsanwaltschaftlichen Bereitschaftsdienst, u. a. Entscheidungen über Haftbefehlsanträge
- Zusammenarbeit mit Polizei, Zoll und Steuerfahndung bei der Sachverhaltsaufklärung
- Fortbildungen der Deutschen Richterakademie zu Vernehmungstechnik und Ermittlungsführung
- Strafstation bei einer Staatsanwaltschaft, Zivilstation an einem Landgericht, Verwaltungsstation bei einer Bezirksregierung
- Neunmonatige Anwaltsstation in einer strafrechtlich ausgerichteten Kanzlei (§ 5b Abs. 4 DRiG)
- Wahlstation im Wirtschaftsstrafrecht bei einer Staatsanwaltschaft
- Abschluss mit der Zweiten Juristischen Staatsprüfung vor dem Landesjustizprüfungsamt NRW
Ausbildung
- Erste Prüfung nach § 5 Abs. 1 DRiG, bestehend aus universitärer Schwerpunktbereichsprüfung (Schwerpunkt Strafrechtspflege) und staatlicher Pflichtfachprüfung
- Abschluss mit Prädikat
- Studienbegleitende Tätigkeit als wissenschaftliche Hilfskraft an einem strafrechtlichen Lehrstuhl
- Abschluss des zweijährigen Vorbereitungsdienstes mit 9,3 Punkten (Prädikatsexamen)
- Erwerb der Befähigung zum Richteramt nach §§ 5-7 DRiG, die § 122 Abs. 1 DRiG auch für die Ernennung zum Staatsanwalt voraussetzt
- Zulassung zur Bewerbung für den höheren Justizdienst NRW oberhalb der Mindestanforderung von 7,76 Punkten
- Ernennung zur Landesbeamtin auf Probe nach vollständigen Bewerbungsunterlagen (u. a. handgeschriebener Lebenslauf, Führungszeugnis, Erklärung zu Vorstrafen und Schulden) gemäß Bewerbungsverfahrens-VV NRW
- Bestehen des rund 45-minütigen strukturierten Auswahlgesprächs vor einer Kommission aus Generalstaatsanwalt/-anwältin, zwei Behördenleitungen, Gleichstellungsbeauftragter und einem Mitglied des Staatsanwaltsrats
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Profil
Staatsanwältin bei der Staatsanwaltschaft Düsseldorf mit Dezernat für allgemeine Kriminalität, nach Prädikatsexamen (9,3 Punkte) in der Zweiten Juristischen Staatsprüfung und zweijährigem Vorbereitungsdienst seit 2018 im nordrhein-westfälischen Justizdienst tätig. Nach dreijähriger Bewährung als Staatsanwältin auf Probe bei Staatsanwaltschaft und Amtsgericht 2021 zur Landesbeamtin auf Lebenszeit ernannt. Erfahren in der eigenverantwortlichen Leitung strafrechtlicher Ermittlungsverfahren, der Steuerung polizeilicher Ermittlungsmaßnahmen, der Anklageerhebung nach dem Legalitätsprinzip sowie im Sitzungsdienst vor Amts- und Landgericht.
Berufserfahrung
2021 - heute
Staatsanwältin
Staatsanwaltschaft Düsseldorf, Nordrhein-Westfalen
- Eigenverantwortliche Leitung strafrechtlicher Ermittlungsverfahren als "Herrin des Ermittlungsverfahrens" in einem Dezernat für allgemeine Kriminalität
- Anordnung und Steuerung polizeilicher Ermittlungsmaßnahmen, u. a. Durchsuchungen, Vernehmungen und Beschlagnahmen
- Entscheidung über Anklageerhebung oder Einstellung des Verfahrens nach dem Legalitätsprinzip
- Vertretung der Anklage im Sitzungsdienst vor dem Amts- und Landgericht einschließlich Plädoyers
- Abstimmung mit der Behördenleitung im Rahmen der Weisungsgebundenheit nach § 146 GVG
- Einarbeitung neuer Staatsanwältinnen und Staatsanwälte auf Probe
2018 - 2021
Staatsanwältin auf Probe
Staatsanwaltschaft Duisburg und Amtsgericht Duisburg (Amtsanwältin), Nordrhein-Westfalen
- Bearbeitung eines Einstiegsdezernats mit Verfahren der allgemeinen Kriminalität
- Wahrnehmung amtsanwaltschaftlicher Aufgaben nach § 142 GVG am Amtsgericht unter Aufsicht
- Teilnahme am staatsanwaltschaftlichen Bereitschaftsdienst, u. a. Entscheidungen über Haftbefehlsanträge
- Zusammenarbeit mit Polizei, Zoll und Steuerfahndung bei der Sachverhaltsaufklärung
- Fortbildungen der Deutschen Richterakademie zu Vernehmungstechnik und Ermittlungsführung
2016 - 2018
Rechtsreferendarin (Vorbereitungsdienst)
Generalstaatsanwaltschaft Hamm, Ausbildungsstationen in NRW
- Strafstation bei einer Staatsanwaltschaft, Zivilstation an einem Landgericht, Verwaltungsstation bei einer Bezirksregierung
- Neunmonatige Anwaltsstation in einer strafrechtlich ausgerichteten Kanzlei (§ 5b Abs. 4 DRiG)
- Wahlstation im Wirtschaftsstrafrecht bei einer Staatsanwaltschaft
- Abschluss mit der Zweiten Juristischen Staatsprüfung vor dem Landesjustizprüfungsamt NRW
Ausbildung
2011 - 2016
Rechtswissenschaftliches Studium mit Erster Prüfung
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
2018
Zweite Juristische Staatsprüfung
Landesjustizprüfungsamt Nordrhein-Westfalen (Oberlandesgericht Hamm)
2018
Einstellung als Staatsanwältin auf Probe
Generalstaatsanwaltschaft Hamm / Justizministerium Nordrhein-Westfalen
Kenntnisse
- SkillNiveau
- Strafprozessrecht (StPO)Experte
- Materielles Strafrecht (StGB und Nebenstrafrecht)Experte
- Ermittlungsführung und BeweiswürdigungExperte
- VernehmungstechnikFortgeschritten
- Anklageschrift- und VerfügungserstellungExperte
- Sitzungsdienst und PlädoyerFortgeschritten
- Zusammenarbeit mit Polizei, Zoll und SteuerfahndungFortgeschritten
- Elektronische Akte / FachverfahrenFortgeschritten
- MS OfficeExperte
Sprachen
- DeutschMuttersprache
- EnglischVerhandlungssicher (C1)
- FranzösischGrundkenntnisse (A2)
Tätigkeiten im Lebenslauf formulieren: Staatsanwalt/-anwältin
Ermittlungsführung & Entscheidung
- Strafrechtliche Ermittlungsverfahren eigenverantwortlich als "Herrin des Ermittlungsverfahrens" geleitet
- Polizeiliche Ermittlungsmaßnahmen angeordnet und gesteuert, u. a. Durchsuchungen, Vernehmungen, Beschlagnahmen
- Entscheidungen über Anklageerhebung oder Verfahrenseinstellung nach dem Legalitätsprinzip getroffen
- Sachverhalte unter Auswertung von Ermittlungsakten, Gutachten und Rechtsprechung sorgfältig aufgeklärt
Sitzungsdienst & Anklagevertretung
- Anklage in Hauptverhandlungen vor Amts- und Landgericht vertreten
- Anklageschriften und Verfügungen rechtssicher formuliert
- Zeuginnen, Zeugen und Sachverständige im Sitzungsdienst befragt und Beweisanträge gestellt
- Plädoyers gehalten und Strafmaß beantragt
Zusammenarbeit & Behördenstruktur
- Eng mit Polizei, Zoll und Steuerfahndung bei der Sachverhaltsaufklärung zusammengearbeitet
- Dienstliche Anweisungen im Rahmen der Weisungshierarchie nach §§ 146, 147 GVG umgesetzt
- Bei rechtlichen Bedenken das beamtenrechtliche Remonstrationsrecht nach § 36 BeamtStG genutzt
- Neue Staatsanwältinnen und Staatsanwälte auf Probe eingearbeitet und angeleitet
Fachliche Spezialisierung
- Vertiefte Kenntnisse in einem Spezialgebiet (z. B. Wirtschafts-, Jugend- oder Betäubungsmittelstrafrecht) aufgebaut
- Neue Rechtsentwicklungen und Rechtsprechungsänderungen selbstständig ausgewertet
- An Fortbildungen der Deutschen Richterakademie und landesinternen Fachtagungen teilgenommen
Organisation & Digitalisierung
- Dezernat eigenständig organisiert, Fristen und Termine selbstverantwortlich überwacht
- Elektronische Akte und staatsanwaltschaftliche Fachverfahren im Tagesgeschäft eingesetzt
- Bereitschaftsdienst inklusive kurzfristiger Entscheidungen (z. B. Haftbefehlsanträge) wahrgenommen
Welche Kenntnisse gehören in den Lebenslauf als Staatsanwalt/-anwältin?
Fachliche Kenntnisse zeigen sofort die Praxiserfahrung, Zertifikate belegen sie formal, Soft Skills ergänzen sie. Alle drei gehören in den Lebenslauf, aber getrennt und konkret benannt.
Hard Skills
- Strafprozessrecht (StPO) und materielles Strafrecht (StGB, Nebenstrafrecht)
- Ermittlungsführung und Beweiswürdigung
- Vernehmungstechnik
- Anklageschrift- und Verfügungserstellung
- Sitzungsdienst und Plädoyer
- Zusammenarbeit mit Polizei, Zoll und Steuerfahndung
- Elektronischer Rechtsverkehr und staatsanwaltschaftliche Fachverfahren
- Einarbeitung von Staatsanwältinnen und Staatsanwälten auf Probe
Zertifikate
- Erste Prüfung (rechtswissenschaftliches Studium mit universitärer Schwerpunktbereichsprüfung und staatlicher Pflichtfachprüfung, § 5 Abs. 1 DRiG)
- Zweite Juristische Staatsprüfung nach zweijährigem Vorbereitungsdienst (§ 5b DRiG) - Befähigung zum Richteramt, Voraussetzung auch für Staatsanwälte nach § 122 Abs. 1 DRiG
- Ernennungsurkunde als Staatsanwältin/Staatsanwalt (Landesbeamtin/-beamter auf Probe bzw. auf Lebenszeit)
- Zusatzqualifikation Wirtschaftsstrafrecht bzw. Fortbildungen der Deutschen Richterakademie (optional)
Soft Skills
- Entscheidungsstärke und Durchsetzungsvermögen unter Zeitdruck
- Hohe Belastbarkeit und Verantwortungsbewusstsein
- Analytisches Denken und gutes Urteilsvermögen
- Kommunikations- und Argumentationsstärke
- Teamfähigkeit innerhalb einer weisungsgebundenen Behördenstruktur
- Konfliktfähigkeit im Sitzungsdienst
- Diskretion und Verschwiegenheit
Ausbildung und Gehalt als Staatsanwalt/-anwältin im Überblick
| Ausbildungsweg | Der Zugang zum Amt der Staatsanwältin bzw. des Staatsanwalts ist wie beim Richteramt zweigeteilt: Die fachliche Qualifikation ist bundeseinheitlich geregelt, die konkrete Einstellung ist Sache der jeweiligen Landesjustizverwaltung. 1) Bundeseinheitliche Qualifikation (DRiG): Nach § 122 Abs. 1 DRiG kann zum Staatsanwalt bzw. zur Staatsanwältin nur ernannt werden, wer die Befähigung zum Richteramt nach §§ 5-7 DRiG besitzt - dieselbe Grundqualifikation wie bei Richter/innen. Sie umfasst ein rechtswissenschaftliches Studium mit der Ersten Prüfung (universitäre Schwerpunktbereichsprüfung und staatliche Pflichtfachprüfung) sowie einen zweijährigen Vorbereitungsdienst mit der Zweiten Juristischen Staatsprüfung (§ 5b DRiG), gegliedert in Pflichtstationen bei einem Zivilgericht, einer Staatsanwaltschaft oder einem Strafgericht, einer Verwaltungsbehörde sowie einem Rechtsanwalt (Anwaltsstation neun Monate, übrige Pflichtstationen mindestens drei Monate). Eine staatsanwaltschaftliche Tätigkeit steht nach § 122 Abs. 2 DRiG dem richterlichen Dienst im Sinne des § 10 Abs. 1 DRiG gleich und zählt auf die Mindestwartezeit vor einer späteren Ernennung zum Richteramt an - ein Beleg für die enge Verzahnung beider Laufbahnen. Disziplinarverfahren gegen Staatsanwältinnen und Staatsanwälte entscheiden nach § 122 Abs. 4 DRiG dieselben Dienstgerichte wie bei Richterinnen und Richtern. 2) Landesrechtliche Einstellungspraxis (Referenzbeispiel Nordrhein-Westfalen): Bewerbungen richten sich an die zuständige Generalstaatsanwaltschaft. NRW verlangt bevorzugt ein Prädikatsexamen mit mindestens 9,0 Punkten in der Zweiten Juristischen Staatsprüfung, mindestens jedoch 7,76 Punkte. Die Einstellung erfolgt regelmäßig nur bis zu einem Alter von 42 Jahren (45 Jahre bei Schwerbehinderung). Die Bewerbungsunterlagen umfassen nach der Bewerbungsverfahrens-VV NRW u. a. einen handgeschriebenen Lebenslauf, ein Führungszeugnis, eine Erklärung zu Vorstrafen und Schulden sowie ggf. eine amtsärztliche Untersuchung. Kernstück des Auswahlverfahrens ist ein rund 45-minütiges strukturiertes Auswahlgespräch vor einer Kommission aus Generalstaatsanwalt/-anwältin, zwei Behördenleitungen, der Gleichstellungsbeauftragten und einem Mitglied des Staatsanwaltsrats; die Zusage erfolgt in der Regel noch am selben Tag. Die Einstellung erfolgt zunächst als Staatsanwältin bzw. Staatsanwalt auf Probe (Landesbeamtenverhältnis auf Probe), nach erfolgreicher Bewährungszeit folgt die Übernahme in das Beamtenverhältnis auf Lebenszeit. Länderrechtliche Unterschiede: Während die fachliche Qualifikation bundeseinheitlich im DRiG steht, unterscheiden sich Notenanforderungen, Altersgrenzen und das konkrete Auswahlverfahren von Bundesland zu Bundesland. |
|---|---|
| Gehaltsspanne | Zum Gehalt von Staatsanwältinnen und Staatsanwälten liegen vier deutlich unterschiedliche Angaben vor, die hier bewusst nicht gemittelt werden. StepStone nennt einen Bruttojahresmedian von 59.800 € (Spanne 51.200-70.500 €), Gehalt.de kommt mit 88.044 € (Quartile 75.043-103.297 €) auf einen deutlich höheren Wert - vermutlich weil hier auch erfahrene Dezernentinnen und Dezernenten in R2 aufwärts mit einfließen. Gehaltsvergleich.com weist auf Basis von 19 Datensätzen einen Mittelwert von 5.174 €/Monat aus (Quartile 4.394-5.777 €/Monat) und nennt zusätzlich eine Einstiegsspanne (R1) von 3.450-5.600 €/Monat je nach Bundesland und Erfahrungsstufe. Amtlich maßgeblich ist die Besoldungsordnung R, die laut BBesG Anlage III gleichermaßen für Richter/innen und Staatsanwälte/-anwältinnen gilt: Für Nordrhein-Westfalen weist der Deutsche Richterbund (Stand 01.02.2025, Sekundärquelle) R1-Beträge von 5.157,45 bis 7.840,18 €/Monat (Einstiegsstufe, ≈ 61.889-94.082 €/Jahr) und R2-Beträge von 5.952,29 bis 8.524,20 €/Monat (für Oberstaatsanwältinnen und Oberstaatsanwälte, ≈ 71.427-102.290 €/Jahr) aus. Die Marktportale weichen methodisch nicht auflösbar um rund 28.000 € im Jahresmedian voneinander ab, während die amtliche R-Besoldung die tatsächliche, laufbahn- und stufenabhängige Struktur zeigt - eine Mittelung würde eine nicht vorhandene Präzision vortäuschen. |
Was verdient man als Staatsanwalt/-anwältin? Die Quellen im Vergleich
Gehaltsportale kommen für denselben Beruf zu deutlich unterschiedlichen Werten, weil sie unterschiedlich erheben. Wir stellen sie deshalb nebeneinander, statt einen Durchschnitt zu bilden.
StepStone
51.200 € – 70.500 €, Median 59.800 €
Bruttojahresgehalt, deutschlandweiter Vergleichswert auf StepStone.de, Marktdaten-Aggregation, keine amtliche Besoldung. Stichprobengröße nicht ausgewiesen. Nicht mit gehalt.de mitteln.
Gehalt.de
75.043 € – 103.297 €, Median 88.044 €
Bruttojahresgehalt, Median und Quartile (25./75. Perzentil), Regionale Spanne 75.698 € (Mecklenburg-Vorpommern) bis 92.192 € (Baden-Württemberg). Nach 7-9 bzw. über 9 Jahren Erfahrung 83.038 € bzw. 94.236 €. Stichprobengröße und Erhebungsdatum nicht angegeben. Nicht mit StepStone mitteln.
Gehaltsvergleich.com
4.394 € – 5.777 €, Median 5.174 €
Monatlicher Mittelwert und Quartile, ausgewertet aus 19 Datensätzen der letzten zwei Jahre, Nennt zusätzlich eine Einstiegsspanne (R1) von 3.450-5.600 €/Monat je nach Bundesland und Erfahrungsstufe. Angabe ist ein Mittelwert, kein Median.
R1/R2-Besoldung Nordrhein-Westfalen (DRB)
5.157 € – 8.524 €
Monatliches Grundgehalt, R1 Stufe 1-11 (5.157,45-7.840,18 €) und R2 Stufe 2-11 (5.952,29-8.524,20 €), Stand 01.02.2025, Sekundärquelle (Deutscher Richterbund), nicht am originalen LBesO-NRW-Gesetzestext selbst verifiziert. Gilt laut BBesG Anlage III gleichermaßen für Richter/innen und Staatsanwälte/-anwältinnen. Von/bis-Spanne umfasst hier beide Besoldungsgruppen R1 und R2 gemeinsam.
Die Quellen liegen 82.870 € auseinander. Diese Differenz ist kein Fehler, sondern Folge unterschiedlicher Erhebungsmethoden und Stichproben. Nutze die Werte als Spanne, nicht als Punktwert, und prüfe im Gespräch, worauf sich eine genannte Zahl bezieht.
Alle Angaben Bruttojahresgehalt, abgerufen am 10. August 2026.
Dos & Don'ts für den Staatsanwalt/-anwältin-Lebenslauf
Do
- Examensnoten konkret und differenziert angeben: Erste Prüfung und Zweite Juristische Staatsprüfung getrennt mit Punktzahl ausweisen
- Stationen des Vorbereitungsdienstes (Zivil-, Straf-, Verwaltungs-, Anwaltsstation) konkret benennen statt pauschal "Referendariat"
- Status korrekt angeben: Staatsanwältin/Staatsanwalt auf Probe vs. auf Lebenszeit (Landesbeamtenverhältnis)
- Dezernatsschwerpunkte konkret nennen (z. B. Wirtschaftsstrafsachen, Jugendstrafsachen, allgemeine Kriminalität) statt pauschal "Strafverfolgung"
- Erfahrung im Sitzungsdienst sowie in der Zusammenarbeit mit Polizei, Zoll und Steuerfahndung hervorheben
- Zusatzqualifikationen und Fortbildungen (z. B. Wirtschaftsstrafrecht, Vernehmungstechnik) gesondert aufführen
Don't
- Staatsanwalt/-anwältin nicht als "Richter/in" bezeichnen - trotz gleicher Grundqualifikation (Befähigung zum Richteramt, § 122 Abs. 1 DRiG) unterschiedliche Rechtsstellung
- Nicht von "richterlicher Unabhängigkeit" sprechen - die Staatsanwaltschaft ist nach § 150 GVG nur von den Gerichten unabhängig, im Übrigen nach § 146 GVG weisungsgebunden
- Details aus laufenden oder abgeschlossenen Ermittlungsverfahren nicht im Lebenslauf nennen - Verschwiegenheitspflichten und Persönlichkeitsrechte Dritter beachten
- Besoldungsgruppe (R1/R2) nicht mit der allgemeinen Beamtenbesoldung (A-Besoldung) verwechseln - unterschiedliche Tabellen und Systematik
- Landesspezifische Notengrenzen und Altersgrenzen (z. B. NRW-Werte) nicht als bundesweit einheitlich darstellen
- Keine erfundenen Ermittlungsverfahren, Aktenzeichen oder Fallzahlen angeben
Häufige Fragen zum Lebenslauf als Staatsanwalt/-anwältin
Was verdient ein Staatsanwalt oder eine Staatsanwältin in Deutschland?
Die Angaben schwanken deutlich je nach Quelle. StepStone nennt einen Bruttojahresmedian von 59.800 € (Spanne 51.200-70.500 €), Gehalt.de kommt auf 88.044 € (Quartile 75.043-103.297 €) und Gehaltsvergleich.com auf einen Mittelwert von 5.174 €/Monat (Quartile 4.394-5.777 €/Monat, 19 Datensätze). Die amtliche Besoldung nach der Besoldungsordnung R liegt in NRW für das Eingangsamt R1 zwischen 5.157,45 € und 7.840,18 € brutto im Monat, gestaffelt nach Erfahrungsstufe; nach Beförderung in R2 zwischen 5.952,29 € und 8.524,20 € (Stand jeweils 01.02.2025). Die Werte sind methodisch nicht direkt vergleichbar und werden bewusst nicht gemittelt.
Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen, um Staatsanwalt/Staatsanwältin zu werden?
Nach § 122 Abs. 1 DRiG braucht es dieselbe Grundqualifikation wie im Richterdienst: die Befähigung zum Richteramt, also die Erste und die Zweite Juristische Staatsprüfung. In Nordrhein-Westfalen wird zusätzlich bevorzugt ein Prädikatsexamen mit mindestens 9,0 Punkten in der Zweiten Staatsprüfung verlangt, mindestens jedoch 7,76 Punkte; Bewerbungen sind in der Regel nur bis zu einem Alter von 42 Jahren möglich (45 Jahre bei Schwerbehinderung).
Was ist der Unterschied zwischen Staatsanwalt/-anwältin und Richter/in?
Beide Berufe setzen dieselbe Grundqualifikation voraus, die Befähigung zum Richteramt nach §§ 5-7 DRiG, die § 122 Abs. 1 DRiG ausdrücklich auch für Staatsanwälte verlangt. Die Rechtsstellung unterscheidet sich aber grundlegend: Richter/innen sind nach Art. 97 GG bzw. § 25 DRiG sachlich und persönlich unabhängig und nur dem Gesetz unterworfen. Staatsanwältinnen und Staatsanwälte sind dagegen klassische Landesbeamtinnen und Landesbeamte und nach § 146 GVG uneingeschränkt weisungsgebunden; § 150 GVG spricht ihnen lediglich eine Unabhängigkeit von den Gerichten zu, keine persönliche Unabhängigkeit. Kurzformel: gleiche Ausbildung, gleiche Besoldungsordnung R, aber Richter/in = unabhängiges Amt der dritten Gewalt, Staatsanwalt/-anwältin = weisungsgebundene, hierarchisch organisierte Landesbeamten-Behörde.
Wie läuft die Ernennung zum Staatsanwalt oder zur Staatsanwältin ab?
Der Einstieg erfolgt als Staatsanwältin bzw. Staatsanwalt auf Probe im Landesbeamtenverhältnis. In Nordrhein-Westfalen entscheidet darüber ein rund 45-minütiges strukturiertes Auswahlgespräch vor einer Kommission aus Generalstaatsanwalt/-anwältin, zwei Behördenleitungen, der Gleichstellungsbeauftragten und einem Mitglied des Staatsanwaltsrats; die Zusage erfolgt in der Regel noch am selben Tag. Nach erfolgreicher Bewährungszeit als Beamtin bzw. Beamter auf Probe folgt die Übernahme in das Beamtenverhältnis auf Lebenszeit.
Ist ein Staatsanwalt oder eine Staatsanwältin verbeamtet?
Ja. Anders als Richter/innen, die in einem eigenständigen, richterlichen Dienstverhältnis nach § 8 DRiG stehen, sind Staatsanwältinnen und Staatsanwälte klassische Landesbeamtinnen und Landesbeamte im Sinne des Beamtenstatusgesetzes (bei der Bundesanwaltschaft: Bundesbeamte). Sie unterliegen dem beamtenrechtlichen Weisungsrecht nach § 146 GVG, haben aber - wie alle Beamtinnen und Beamten nach § 36 BeamtStG - bei rechtlichen Bedenken gegen eine Anordnung ein Remonstrationsrecht.
Was macht ein Staatsanwalt oder eine Staatsanwältin genau?
Als "Herrin des Ermittlungsverfahrens" leitet die Staatsanwaltschaft strafrechtliche Ermittlungen, setzt dabei die Polizei und andere Behörden wie Zoll oder Steuerfahndung ein und ordnet Ermittlungsmaßnahmen an. Nach Abschluss der Ermittlungen entscheidet sie nach dem Legalitätsprinzip über die Erhebung der öffentlichen Klage oder die Einstellung des Verfahrens. Im Gerichtsverfahren vertritt sie die Anklage, befragt Zeugen, stellt Beweisanträge und hält das Plädoyer.
Welche Examensnote brauche ich für den Staatsanwaltsberuf?
In Nordrhein-Westfalen wird bevorzugt ein Prädikatsexamen mit mindestens 9,0 Punkten in der Zweiten Juristischen Staatsprüfung verlangt. Bewerberinnen und Bewerber mit mindestens 7,76 Punkten können ebenfalls berücksichtigt werden, wenn besondere Leistungen oder ein einschlägiger Bezug hinzukommen.
Kann ein Staatsanwalt oder eine Staatsanwältin zum Richteramt wechseln?
Ja, der Wechsel ist rechtlich sogar privilegiert: § 122 Abs. 2 DRiG lässt staatsanwaltschaftliche Dienstzeit auf die Mindestwartezeit vor der Ernennung zum Richter auf Lebenszeit nach § 10 Abs. 1 DRiG anrechnen. In der Praxis ist der Wechsel zwischen beiden Laufbahnen üblich, da beide dieselbe Grundqualifikation voraussetzen und aus derselben Besoldungsordnung R vergütet werden.
Quellen
- GVG - Gerichtsverfassungsgesetz, Gesamtausgabe, Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de), abgerufen am 2026-08-10
- GVG § 142 - Ämter der Staatsanwaltschaft, Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de), abgerufen am 2026-08-10
- GVG § 146 - Weisungsgebundenheit der Beamten der Staatsanwaltschaft, Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de), abgerufen am 2026-08-10
- GVG § 147 - Aufsichts- und Leitungsrecht, Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de), abgerufen am 2026-08-10
- GVG § 150 - Unabhängigkeit von den Gerichten, Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de), abgerufen am 2026-08-10
- DRiG § 122 - Befähigung zum Richteramt für Staatsanwälte, Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de), abgerufen am 2026-08-10
- BeamtStG § 36 - Verantwortung für die Rechtmäßigkeit dienstlicher Handlungen, Remonstrationsrecht, Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de), abgerufen am 2026-08-10
- BBesG Anlage III - Bundesbesoldungsordnung R (Richter und Staatsanwälte), Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de), abgerufen am 2026-08-10
- Staatsanwalt (m/w/d), Justiz NRW Karriere, abgerufen am 2026-08-10
- Staatsanwalt/-anwältin - Gehalt, StepStone, abgerufen am 2026-08-10
- Staatsanwalt/Staatsanwältin - Gehalt, Gehalt.de, abgerufen am 2026-08-10
- Nordrhein-Westfalen - R1/R2-Besoldung, Deutscher Richterbund (DRB), abgerufen am 2026-08-10
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Zuletzt aktualisiert am 11.08.2026