Lebenslauf Muster Rechtsanwalt/Rechtsanwältin
Vorlage, Beispiel und Formulierungen
Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte beraten und vertreten Mandantinnen und Mandanten in allen Rechtsangelegenheiten – außergerichtlich wie vor Gericht. Der Zugang zum Beruf ist gesetzlich abschließend geregelt: Nach § 4 BRAO steht die Rechtsanwaltschaft nur offen, wer die Befähigung zum Richteramt nach dem Deutschen Richtergesetz erlangt hat oder die europarechtlichen Eingliederungsvoraussetzungen erfüllt. Diese Befähigung setzt nach § 5 DRiG ein rechtswissenschaftliches Universitätsstudium mit bestandener erster Prüfung – bestehend aus universitärer Schwerpunktbereichsprüfung und staatlicher Pflichtfachprüfung – sowie einen anschließenden Vorbereitungsdienst mit zweiter Staatsprüfung voraus. Der Vorbereitungsdienst dauert nach § 5b DRiG zwei Jahre. Die Zulassung wird auf Antrag von der zuständigen Rechtsanwaltskammer erteilt und wird nach § 12 BRAO erst mit Aushändigung der Zulassungsurkunde wirksam; Voraussetzung sind die Vereidigung und der Nachweis der Berufshaftpflichtversicherung. Mit der Zulassung wird man Pflichtmitglied der zulassenden Rechtsanwaltskammer. Zum Stichtag 1. Januar 2026 waren nach der Mitgliederstatistik der Bundesrechtsanwaltskammer 167.547 Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte zugelassen, der Frauenanteil lag bei 37,90 Prozent. Die Berufsausübung ist eng an die Grundpflichten des § 43a BRAO gebunden: Unabhängigkeit, Verschwiegenheit, Sachlichkeit, das Verbot der Vertretung widerstreitender Interessen sowie der sorgsame Umgang mit Fremdgeldern.
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Profil
Volljuristin mit zweitem Staatsexamen und Zulassung zur Rechtsanwaltschaft, Schwerpunkt im Arbeits- und Vertragsrecht. Erfahrung in der eigenverantwortlichen Mandatsführung von der Erstberatung über die außergerichtliche Verhandlung bis zur Vertretung vor den Arbeits- und Zivilgerichten. Vertraut mit der Gestaltung und Prüfung von Individual- und Rahmenverträgen sowie mit der Begleitung von Umstrukturierungen auf Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite. Arbeitet strukturiert mit Fristenkalender, digitaler Aktenführung und beA und rechnet nach RVG wie nach Stunden- und Pauschalvereinbarungen ab. Sucht eine Position mit klarer fachlicher Spezialisierung und Verantwortung für eigene Mandatsbeziehungen.
Berufserfahrung
- Eigenverantwortliche Führung arbeitsrechtlicher Mandate für mittelständische Unternehmen und Führungskräfte
- Vertretung in Kündigungsschutz-, Vergütungs- und Statusverfahren vor Arbeits- und Landesarbeitsgerichten
- Gestaltung von Arbeits-, Aufhebungs- und Geschäftsführerverträgen sowie von Betriebsvereinbarungen
- Begleitung von Restrukturierungen einschließlich Verhandlung von Interessenausgleich und Sozialplan
- Fachliche Anleitung von Referendarinnen und Referendaren in der Anwaltsstation
- Bearbeitung zivil- und arbeitsrechtlicher Mandate von der Sachverhaltsaufnahme bis zum Vergleich
- Erstellung von Klageschriften, Schriftsätzen und Rechtsgutachten in eigener Verantwortung
- Außergerichtliche Verhandlung und Korrespondenz mit Gegenseite, Versicherern und Behörden
- Abrechnung von Mandaten nach RVG sowie Kalkulation von Vergütungsvereinbarungen
- Aufbau der digitalen Aktenführung und Einführung des besonderen elektronischen Anwaltspostfachs
Ausbildung
- Pflichtstationen bei Zivilgericht, Staatsanwaltschaft, Verwaltungsbehörde und Rechtsanwalt
- Neunmonatige Anwaltsstation in einer arbeitsrechtlich ausgerichteten Kanzlei
- Staatliche Pflichtfachprüfung und universitäre Schwerpunktbereichsprüfung
- Schwerpunktbereich Arbeits- und Unternehmensrecht, studienbegleitende Fachsprachenausbildung Englisch
Kenntnisse
Sprachen
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Profil
Volljuristin mit zweitem Staatsexamen und Zulassung zur Rechtsanwaltschaft, Schwerpunkt im Arbeits- und Vertragsrecht. Erfahrung in der eigenverantwortlichen Mandatsführung von der Erstberatung über die außergerichtliche Verhandlung bis zur Vertretung vor den Arbeits- und Zivilgerichten. Vertraut mit der Gestaltung und Prüfung von Individual- und Rahmenverträgen sowie mit der Begleitung von Umstrukturierungen auf Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite. Arbeitet strukturiert mit Fristenkalender, digitaler Aktenführung und beA und rechnet nach RVG wie nach Stunden- und Pauschalvereinbarungen ab. Sucht eine Position mit klarer fachlicher Spezialisierung und Verantwortung für eigene Mandatsbeziehungen.
Berufserfahrung
- Eigenverantwortliche Führung arbeitsrechtlicher Mandate für mittelständische Unternehmen und Führungskräfte
- Vertretung in Kündigungsschutz-, Vergütungs- und Statusverfahren vor Arbeits- und Landesarbeitsgerichten
- Gestaltung von Arbeits-, Aufhebungs- und Geschäftsführerverträgen sowie von Betriebsvereinbarungen
- Begleitung von Restrukturierungen einschließlich Verhandlung von Interessenausgleich und Sozialplan
- Fachliche Anleitung von Referendarinnen und Referendaren in der Anwaltsstation
- Bearbeitung zivil- und arbeitsrechtlicher Mandate von der Sachverhaltsaufnahme bis zum Vergleich
- Erstellung von Klageschriften, Schriftsätzen und Rechtsgutachten in eigener Verantwortung
- Außergerichtliche Verhandlung und Korrespondenz mit Gegenseite, Versicherern und Behörden
- Abrechnung von Mandaten nach RVG sowie Kalkulation von Vergütungsvereinbarungen
- Aufbau der digitalen Aktenführung und Einführung des besonderen elektronischen Anwaltspostfachs
Ausbildung
- Pflichtstationen bei Zivilgericht, Staatsanwaltschaft, Verwaltungsbehörde und Rechtsanwalt
- Neunmonatige Anwaltsstation in einer arbeitsrechtlich ausgerichteten Kanzlei
- Staatliche Pflichtfachprüfung und universitäre Schwerpunktbereichsprüfung
- Schwerpunktbereich Arbeits- und Unternehmensrecht, studienbegleitende Fachsprachenausbildung Englisch
Kenntnisse
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Profil
Volljuristin mit zweitem Staatsexamen und Zulassung zur Rechtsanwaltschaft, Schwerpunkt im Arbeits- und Vertragsrecht. Erfahrung in der eigenverantwortlichen Mandatsführung von der Erstberatung über die außergerichtliche Verhandlung bis zur Vertretung vor den Arbeits- und Zivilgerichten. Vertraut mit der Gestaltung und Prüfung von Individual- und Rahmenverträgen sowie mit der Begleitung von Umstrukturierungen auf Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite. Arbeitet strukturiert mit Fristenkalender, digitaler Aktenführung und beA und rechnet nach RVG wie nach Stunden- und Pauschalvereinbarungen ab. Sucht eine Position mit klarer fachlicher Spezialisierung und Verantwortung für eigene Mandatsbeziehungen.
Berufserfahrung
2021 - heute
Rechtsanwältin, Fachanwältin für Arbeitsrecht
Wirtschaftskanzlei, Frankfurt am Main
- Eigenverantwortliche Führung arbeitsrechtlicher Mandate für mittelständische Unternehmen und Führungskräfte
- Vertretung in Kündigungsschutz-, Vergütungs- und Statusverfahren vor Arbeits- und Landesarbeitsgerichten
- Gestaltung von Arbeits-, Aufhebungs- und Geschäftsführerverträgen sowie von Betriebsvereinbarungen
- Begleitung von Restrukturierungen einschließlich Verhandlung von Interessenausgleich und Sozialplan
- Fachliche Anleitung von Referendarinnen und Referendaren in der Anwaltsstation
2018 - 2021
Rechtsanwältin (Associate)
Mittelständische Kanzlei, Leipzig
- Bearbeitung zivil- und arbeitsrechtlicher Mandate von der Sachverhaltsaufnahme bis zum Vergleich
- Erstellung von Klageschriften, Schriftsätzen und Rechtsgutachten in eigener Verantwortung
- Außergerichtliche Verhandlung und Korrespondenz mit Gegenseite, Versicherern und Behörden
- Abrechnung von Mandaten nach RVG sowie Kalkulation von Vergütungsvereinbarungen
- Aufbau der digitalen Aktenführung und Einführung des besonderen elektronischen Anwaltspostfachs
Ausbildung
2016 - 2018
Zweite juristische Staatsprüfung (Assessorexamen)
Rechtsreferendariat, OLG-Bezirk Köln
2011 - 2016
Erste juristische Prüfung
Rechtswissenschaft, Universität zu Köln
Kenntnisse
- Mandatsführung und ProzessvertretungSehr gut
- Vertragsgestaltung und VertragsprüfungSehr gut
- Arbeitsrecht (individuell und kollektiv)Fachanwaltsniveau
- RVG-Abrechnung und VergütungsvereinbarungenSehr gut
- beA und digitale Aktenführung (RA-MICRO)Sicher
- Verhandlungsführung und MediationstechnikenGut
Sprachen
- DeutschMuttersprache
- EnglischC1, verhandlungssicher (Legal English)
- FranzösischB1, Grundkenntnisse
Tätigkeiten im Lebenslauf formulieren: Rechtsanwalt/Rechtsanwältin
Mandatsführung und Beratung
- Eigenverantwortliche Führung von Mandaten von der Erstberatung bis zum Abschluss
- Rechtliche Prüfung komplexer Sachverhalte und Erstellung entscheidungsreifer Gutachten
- Laufende Beratung von Unternehmen zu Dauerfragen des Vertrags- und Arbeitsrechts
- Entwicklung und Abstimmung von Handlungsstrategien mit Mandantinnen und Mandanten
- Risikobewertung und Empfehlung zwischen außergerichtlicher Einigung und Klageweg
Prozessführung und Verfahren
- Vertretung in erst- und zweitinstanzlichen Verfahren vor Zivil- und Arbeitsgerichten
- Erstellung von Klageschriften, Klageerwiderungen und Berufungsbegründungen
- Führung von Beweisaufnahmen einschließlich Zeugen- und Sachverständigenbefragung
- Erwirkung und Abwehr einstweiliger Verfügungen und Arreste
- Zwangsvollstreckung aus Titeln einschließlich Pfändungs- und Überweisungsbeschlüssen
Vertragsgestaltung
- Gestaltung und Verhandlung von Individual-, Rahmen- und Dienstleistungsverträgen
- AGB-Prüfung und Anpassung an aktuelle Rechtsprechung
- Erstellung von Aufhebungs-, Abwicklungs- und Abfindungsvereinbarungen
- Vertragswerke für Unternehmenskäufe und Beteiligungen mit externen Beratern abgestimmt
- Datenschutzrechtliche Prüfung von Auftragsverarbeitungs- und Übermittlungsklauseln
Spezialisierung und Fachanwaltschaft
- Erwerb der besonderen theoretischen Kenntnisse im Fachanwaltslehrgang mit mindestens 120 Zeitstunden
- Nachweis der geforderten Fallzahlen nach § 5 FAO über den maßgeblichen Bezugszeitraum
- Jährliche Fachanwaltsfortbildung nach § 15 FAO im Umfang von mindestens 15 Zeitstunden
- Aufbau eines abgegrenzten Beratungsschwerpunkts innerhalb der Kanzlei
- Referententätigkeit und Fachpublikationen im eigenen Spezialgebiet
Kanzleiorganisation und Abrechnung
- Abrechnung nach RVG sowie Kalkulation von Stunden- und Pauschalhonoraren
- Führung von Fristen- und Wiedervorlagekalender mit doppelter Kontrolle
- Nutzung des besonderen elektronischen Anwaltspostfachs im gesamten Schriftverkehr mit Gerichten
- Einführung und Pflege der digitalen Akte in einer Kanzleisoftware
- Verwaltung von Fremdgeldern über Anderkonten nach § 43a Abs. 7 BRAO
Mandantenkommunikation und Mandatsaufbau
- Verständliche Aufbereitung komplexer Rechtsfragen für nichtjuristische Ansprechpartner
- Führung von Vergleichsverhandlungen mit Gegenseite und Versicherern
- Aufbau und Pflege eigener Mandatsbeziehungen im Bestandsgeschäft
- Durchführung von Inhouse-Schulungen für Personalabteilungen und Führungskräfte
- Mitwirkung in Fachausschüssen der Rechtsanwaltskammer und des Deutschen Anwaltvereins
Welche Kenntnisse gehören in den Lebenslauf als Rechtsanwalt/Rechtsanwältin?
Fachliche Kenntnisse zeigen sofort die Praxiserfahrung, Zertifikate belegen sie formal, Soft Skills ergänzen sie. Alle drei gehören in den Lebenslauf, aber getrennt und konkret benannt.
Hard Skills
- Mandatsführung und Prozessvertretung vor Zivil-, Arbeits- und Verwaltungsgerichten
- Vertragsgestaltung, Vertragsprüfung und AGB-Kontrolle
- Erstellung von Schriftsätzen, Rechtsgutachten und Stellungnahmen
- Beweisrecht und Führung der Beweisaufnahme
- Zwangsvollstreckung und Titelverwertung
- Abrechnung nach RVG einschließlich Streitwert- und Gebührenberechnung
- Gestaltung von Vergütungsvereinbarungen und Honorarkalkulation
- Fristenmanagement und Wiedervorlagesteuerung
- Juristische Recherche in beck-online, juris und amtlichen Entscheidungsdatenbanken
- beA, elektronischer Rechtsverkehr und digitale Aktenführung in Kanzleisoftware
Zertifikate
- Zweite juristische Staatsprüfung (Befähigung zum Richteramt nach § 5 DRiG)
- Zulassung zur Rechtsanwaltschaft durch die zuständige Rechtsanwaltskammer
- Lehrveranstaltung zum anwaltlichen Berufsrecht nach § 43f BRAO (mindestens zehn Zeitstunden)
- Fachanwaltstitel nach der FAO, zum Beispiel Fachanwältin für Arbeitsrecht
- Fachanwaltslehrgang mit mindestens 120 Zeitstunden nach § 4 FAO
- Zertifizierte Mediatorin nach dem Mediationsgesetz
- Zertifikat Fachkraft für Datenschutz oder vergleichbare Datenschutzqualifikation
- LL.M. oder Legal-English-Zertifikat (zum Beispiel TOLES, ILEC)
Soft Skills
- Analytisches Denken und strukturierte Sachverhaltserfassung
- Verhandlungsgeschick und Durchsetzungsvermögen
- Adressatengerechte Kommunikation gegenüber Mandanten, Gerichten und Gegenseite
- Belastbarkeit unter Fristendruck und bei parallelen Mandaten
- Diskretion und Zuverlässigkeit im Umgang mit vertraulichen Informationen
- Eigenverantwortliches Arbeiten und unternehmerisches Denken
Ausbildung und Gehalt als Rechtsanwalt/Rechtsanwältin im Überblick
| Ausbildungsweg | Der Weg in die Rechtsanwaltschaft ist in Deutschland gesetzlich abschließend geregelt und lässt keine alternativen Qualifikationswege zu. Nach § 4 BRAO steht die Rechtsanwaltschaft nur offen, wer die Befähigung zum Richteramt nach dem Deutschen Richtergesetz erlangt hat, wer die Eingliederungsvoraussetzungen nach Teil 3 des Gesetzes über die Tätigkeit europäischer Rechtsanwälte in Deutschland erfüllt oder wer über eine Bescheinigung nach § 16a Abs. 5 dieses Gesetzes verfügt; das Berufsqualifikationsfeststellungsgesetz ist ausdrücklich nicht anwendbar. Die Befähigung zum Richteramt erwirbt nach § 5 Abs. 1 DRiG, wer ein rechtswissenschaftliches Studium an einer Universität mit der ersten Prüfung und anschließend einen Vorbereitungsdienst mit der zweiten Staatsprüfung abschließt. Die erste Prüfung besteht dabei aus einer universitären Schwerpunktbereichsprüfung und einer staatlichen Pflichtfachprüfung; § 5 Abs. 2 DRiG verlangt zusätzlich, dass Studium und Vorbereitungsdienst inhaltlich aufeinander abgestimmt werden. Der Vorbereitungsdienst – das Rechtsreferendariat – dauert nach § 5b DRiG zwei Jahre und umfasst Pflichtstationen bei einem ordentlichen Gericht in Zivilsachen, bei der Staatsanwaltschaft oder einem Gericht in Strafsachen, bei einer Verwaltungsbehörde und bei einer Rechtsanwältin oder einem Rechtsanwalt; die Anwaltsstation ist mit neun Monaten die längste Pflichtstation, die übrigen dauern jeweils mindestens drei Monate. Hinzu kommen Wahlstationen sowie Ausbildungslehrgänge von insgesamt bis zu drei Monaten. Nach bestandenem zweiten Staatsexamen wird die Zulassung nach § 6 BRAO auf Antrag erteilt und darf nur aus den im Gesetz genannten Gründen abgelehnt werden. § 7 BRAO zählt die zwingenden Versagungsgründe auf, darunter unwürdiges Verhalten, gesundheitliche Berufsunfähigkeit, Vermögensverfall sowie mit dem Anwaltsberuf unvereinbare Tätigkeiten. Wirksam wird die Zulassung nach § 12 BRAO erst mit Aushändigung der Urkunde durch die Rechtsanwaltskammer, und diese darf erst ausgehändigt werden, wenn die Vereidigung erfolgt ist und der Abschluss der Berufshaftpflichtversicherung oder eine vorläufige Deckungszusage nachgewiesen wurde. Mit der Zulassung wird man Pflichtmitglied der zulassenden Kammer. Innerhalb des ersten Jahres nach erstmaliger Zulassung ist nach § 43f BRAO eine Lehrveranstaltung zum anwaltlichen Berufsrecht von mindestens zehn Zeitstunden zu besuchen. Die anschließende Spezialisierung erfolgt über die Fachanwaltsordnung: Aktuell sind 24 Fachanwaltsbezeichnungen zugelassen, von Verwaltungsrecht über Arbeits-, Familien- und Strafrecht bis zu Migrations- und Sportrecht. Wer einen Titel führen will, muss unter anderem einen Lehrgang von mindestens 120 Zeitstunden nach § 4 FAO absolvieren, eine mindestens dreijährige Anwaltstätigkeit vorweisen, die fachgebietsspezifischen Fallzahlen nach § 5 FAO belegen – etwa 100 Fälle im Arbeitsrecht oder 120 Fälle im Familienrecht – und danach jährlich mindestens 15 Zeitstunden Fortbildung je Fachgebiet nachweisen. |
|---|---|
| Gehaltsspanne | Die Gehaltsangaben der großen Portale liegen weit auseinander, weil sie unterschiedliche Grundgesamtheiten auswerten – sie sollten daher nebeneinander gelesen und nicht gemittelt werden. gehalt.de weist für Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte einen Median von 86.443 Euro brutto im Jahr aus (rund 6.971 Euro monatlich bei 40 Wochenstunden), mit einem unteren Quartil von 73.679 Euro und einem oberen Quartil von 101.419 Euro; nach Berufserfahrung reicht die Spanne dort von 72.801 Euro bei weniger als drei Jahren über 76.650 Euro (drei bis sechs Jahre) und 81.528 Euro (sieben bis neun Jahre) bis zu 92.522 Euro bei mehr als neun Jahren. StepStone nennt für dieselbe Berufsbezeichnung ein deutlich niedrigeres mittleres Jahresbruttogehalt von 63.100 Euro bei einer Spanne von 56.600 Euro bis 76.400 Euro, basierend auf ausgeschriebenen Stellen. Beide Datensätze bilden ausschließlich abhängig beschäftigte Anwältinnen und Anwälte ab. Selbstständige Einzelanwältinnen und -anwälte sowie Partnerinnen und Partner von Sozietäten sind darin nicht erfasst; deren Einkommen ergibt sich aus dem Kanzleigewinn nach Abzug von Personal-, Raum-, Versicherungs- und Kammerkosten und streut erheblich stärker nach oben wie nach unten. Auch Großkanzlei-Einstiegsgehälter und Boni bleiben in den Portalwerten unterrepräsentiert. Die Vergütung gegenüber Mandanten richtet sich, soweit keine Vergütungsvereinbarung getroffen wird, nach dem RVG. |
Was verdient man als Rechtsanwalt/Rechtsanwältin? Die Quellen im Vergleich
Gehaltsportale kommen für denselben Beruf zu deutlich unterschiedlichen Werten, weil sie unterschiedlich erheben. Wir stellen sie deshalb nebeneinander, statt einen Durchschnitt zu bilden.
gehalt.de
73.679 € – 101.419 €, Median 86.443 €
unteres und oberes Quartil, 40 Wochenstunden, erfasst nur angestellte Anwältinnen und Anwälte, keine Selbstständigen oder Partner; nach Berufserfahrung 72.801 Euro (unter 3 Jahre) bis 92.522 Euro (über 9 Jahre)
StepStone
56.600 € – 76.400 €, Median 63.100 €
Spanne, keine echten Quartile; Basis ausgeschriebene Stellen, erfasst nur angestellte Anwältinnen und Anwälte; Großkanzlei-Einstiegsgehälter und Boni sind unterrepräsentiert
Die Quellen liegen 23.343 € auseinander. Diese Differenz ist kein Fehler, sondern Folge unterschiedlicher Erhebungsmethoden und Stichproben. Nutze die Werte als Spanne, nicht als Punktwert, und prüfe im Gespräch, worauf sich eine genannte Zahl bezieht.
Alle Angaben Bruttojahresgehalt, abgerufen am 09. August 2026.
Dos & Don'ts für den Rechtsanwalt/Rechtsanwältin-Lebenslauf
Do
- Zulassungsurkunde, Kammermitgliedschaft und – falls vorhanden – Fachanwaltstitel klar und prüfbar im Lebenslauf ausweisen
- Examensnoten und Schwerpunktbereich angeben, wenn sie überdurchschnittlich sind; sie bleiben das zentrale Auswahlkriterium vieler Kanzleien
- Mandatsarbeit konkret beschreiben: Rechtsgebiet, Instanz, Verfahrensart und Umfang der eigenen Verantwortung
- Spezialisierung sichtbar machen und mit Lehrgängen, Fallzahlen und Fortbildungsnachweisen belegen
- Erfahrung mit beA, elektronischem Rechtsverkehr und Kanzleisoftware ausdrücklich nennen
- Fremdsprachenkenntnisse mit Niveau nach GER und Bezug zur juristischen Arbeit angeben
Don't
- Keine Mandanten-, Gegner- oder Verfahrensnamen nennen – die Verschwiegenheitspflicht nach § 43a Abs. 2 BRAO gilt auch in Bewerbungsunterlagen
- Keine Erfolgsquoten oder Vergleichsbeträge behaupten, die sich nicht belegen lassen
- Die Bezeichnung Fachanwalt nicht ohne verliehenen Titel führen; sie ist an das Verfahren nach der FAO gebunden
- Schwerpunkte nicht so bezeichnen, dass sie mit einem Fachanwaltstitel verwechselt werden können
- Keine reine Aneinanderreihung von Paragrafen und Rechtsgebieten ohne erkennbare eigene Leistung
- Lücken zwischen Examen, Referendariat und Zulassung nicht verschweigen, sondern sachlich einordnen
Häufige Fragen zum Lebenslauf als Rechtsanwalt/Rechtsanwältin
Wie wird man in Deutschland Rechtsanwältin oder Rechtsanwalt?
Der Zugang ist in § 4 BRAO abschließend geregelt: Erforderlich ist die Befähigung zum Richteramt nach dem Deutschen Richtergesetz oder die Erfüllung der europarechtlichen Eingliederungsvoraussetzungen. Diese Befähigung erwirbt nach § 5 DRiG, wer ein rechtswissenschaftliches Universitätsstudium mit der ersten Prüfung und anschließend einen Vorbereitungsdienst mit der zweiten Staatsprüfung abschließt. Die erste Prüfung setzt sich aus einer universitären Schwerpunktbereichsprüfung und einer staatlichen Pflichtfachprüfung zusammen. Danach wird die Zulassung nach § 6 BRAO bei der örtlich zuständigen Rechtsanwaltskammer beantragt. Wirksam wird sie nach § 12 BRAO erst mit Aushändigung der Urkunde, wofür Vereidigung und Nachweis der Berufshaftpflichtversicherung vorliegen müssen.
Wie lange dauert die Ausbildung bis zur Zulassung?
Das Jurastudium schließt mit der ersten Prüfung ab; die Regelstudienzeit liegt je nach Bundesland und Prüfungsordnung typischerweise bei neun bis zehn Semestern, das DRiG selbst nennt keine feste Dauer. Daran schließt sich der Vorbereitungsdienst an, der nach § 5b DRiG zwei Jahre dauert. Er umfasst Pflichtstationen bei einem Zivilgericht, bei Staatsanwaltschaft oder Strafgericht, bei einer Verwaltungsbehörde und bei einer Rechtsanwältin oder einem Rechtsanwalt, wobei die Anwaltsstation neun Monate umfasst und die übrigen Pflichtstationen jeweils mindestens drei Monate. Auf Antrag ist eine Teilzeitableistung möglich, etwa bei Kinderbetreuung oder Pflege von Angehörigen; der Vorbereitungsdienst verlängert sich dann entsprechend. In der Summe sind bis zur Zulassung realistisch sieben bis acht Jahre einzuplanen.
Was verdienen Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte?
Die Portalwerte unterscheiden sich deutlich und sollten nebeneinander gelesen werden. gehalt.de weist einen Median von 86.443 Euro brutto im Jahr aus, mit einem unteren Quartil von 73.679 Euro und einem oberen Quartil von 101.419 Euro. StepStone nennt für dieselbe Berufsbezeichnung 63.100 Euro als mittleres Jahresbruttogehalt bei einer Spanne von 56.600 bis 76.400 Euro. Beide Quellen erfassen ausschließlich angestellte Anwältinnen und Anwälte – Selbstständige und Partnerinnen und Partner von Sozietäten sind nicht enthalten, ihr Einkommen ergibt sich aus dem Kanzleigewinn und streut wesentlich stärker. Die Vergütung gegenüber Mandanten richtet sich mangels Vergütungsvereinbarung nach dem RVG.
Was ist ein Fachanwaltstitel und wie erwirbt man ihn?
Der Fachanwaltstitel weist eine besondere theoretische und praktische Qualifikation in einem Rechtsgebiet nach und wird von der Rechtsanwaltskammer verliehen. Nach § 1 FAO sind derzeit 24 Fachanwaltsbezeichnungen zugelassen, darunter Arbeitsrecht, Familienrecht, Strafrecht, Steuerrecht, Medizinrecht, IT-Recht sowie zuletzt hinzugekommene Gebiete wie Migrations- und Sportrecht. Voraussetzung ist unter anderem eine mindestens dreijährige Anwaltstätigkeit vor Antragstellung, ein Lehrgang von mindestens 120 Zeitstunden nach § 4 FAO – im Steuerrecht zuzüglich 40, im Insolvenzrecht zuzüglich 60 Zeitstunden – sowie der Nachweis der fachgebietsspezifischen Fallzahlen nach § 5 FAO, etwa 100 Fälle im Arbeitsrecht oder 120 Fälle im Familienrecht. Nach Verleihung besteht nach § 15 FAO eine Fortbildungspflicht von mindestens 15 Zeitstunden je Fachgebiet und Kalenderjahr, von denen bis zu fünf Stunden im Selbststudium mit Lernerfolgskontrolle absolviert werden können.
Welche Berufspflichten gelten nach der Zulassung?
§ 43 BRAO verpflichtet zur gewissenhaften Berufsausübung und dazu, sich innerhalb und außerhalb des Berufs der Achtung und des Vertrauens würdig zu erweisen, welche die Stellung des Rechtsanwalts erfordert. § 43a BRAO konkretisiert die Grundpflichten: keine Bindungen, die die Unabhängigkeit gefährden, Verschwiegenheit über alles beruflich Bekanntgewordene, Sachlichkeit, das Verbot der Vertretung widerstreitender Interessen sowie die unverzügliche Weiterleitung oder Verwahrung von Fremdgeldern auf Anderkonten. Hinzu kommt die Fortbildungspflicht. Nach § 51 BRAO ist eine Berufshaftpflichtversicherung abzuschließen und aufrechtzuerhalten; die Mindestversicherungssumme beträgt 250.000 Euro für jeden Versicherungsfall, die Jahreshöchstleistung darf auf den vierfachen Betrag der Mindestversicherungssumme begrenzt werden. Zusätzlich ist innerhalb des ersten Jahres nach erstmaliger Zulassung nach § 43f BRAO eine berufsrechtliche Lehrveranstaltung von mindestens zehn Zeitstunden zu besuchen.
Quellen
- § 4 BRAO – Zugang zum Beruf des Rechtsanwalts, Bundesministerium der Justiz / juris (gesetze-im-internet.de), abgerufen am 2026-08-09
- § 43a BRAO – Grundpflichten des Rechtsanwalts, Bundesministerium der Justiz / juris (gesetze-im-internet.de), abgerufen am 2026-08-09
- § 51 BRAO – Berufshaftpflichtversicherung, Bundesministerium der Justiz / juris (gesetze-im-internet.de), abgerufen am 2026-08-09
- § 43f BRAO – Fortbildung im Berufsrecht nach erstmaliger Zulassung, Bundesministerium der Justiz / juris (gesetze-im-internet.de), abgerufen am 2026-08-09
- § 5 DRiG – Befähigung zum Richteramt, Bundesministerium der Justiz / juris (gesetze-im-internet.de), abgerufen am 2026-08-09
- § 5b DRiG – Vorbereitungsdienst, Bundesministerium der Justiz / juris (gesetze-im-internet.de), abgerufen am 2026-08-09
- Fachanwaltsordnung (FAO) – §§ 1, 4, 5, 15, lxgesetze (Satzungsversammlung bei der Bundesrechtsanwaltskammer), abgerufen am 2026-08-09
- § 1 RVG – Geltungsbereich des Rechtsanwaltsvergütungsgesetzes, Bundesministerium der Justiz / juris (gesetze-im-internet.de), abgerufen am 2026-08-09
- Mitglieder- und Fachanwaltsstatistik zum 1.1.2026, Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK), abgerufen am 2026-08-09
- Gehalt Rechtsanwalt/Rechtsanwältin, gehalt.de, abgerufen am 2026-08-09
- Rechtsanwalt/anwältin Gehälter Deutschland 2026, StepStone, abgerufen am 2026-08-09
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Zuletzt aktualisiert am 11.08.2026